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Thüringer Holsteinschau in Laasdorf auch in diesem Jahr auf hohem Niveau Drucken E-Mail

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Zum zweiten Mal nach 2007 trafen sich die Spitzen der Thüringer Holsteinzucht zur Wahl der „Miss Thüringen 2009“ im Zucht- und Vermarktungszentrum des Landesverbandes Thüringer Rinderzüchter im ostthüringischen Laasdorf. Wie in den vergangenen Jahren war auch in diesem Jahr eine kleine aber exklusive Kollektion des Kooperationspartners ZBH aus Hessen nach Laasdorf gereist, um sich im gemeinsamen Wettbewerb dem Urteil des Preisrichters zu stellen. Der wechselseitige Besuch der jeweiligen Verbandsschau hat mittlerweile eine weit in die 90er Jahre zurückreichende Tradition und ist zu einem Aushängeschild der engen Verzahnung beider Verbände geworden.
Als fester Bestandteil der Veranstaltung hat es sich bewährt, das Podium zur Präsentation aktueller Bullen Nachzuchten zu nutzen. In diesem Jahr wurden dem interessierten Publikum drei Nachzuchtgruppen aktueller Vererber und eine des Wiedereinsatzbullen Amador vorgestellt.
Ein weiterer Höhepunkt der Schau ist die Wahl der „Besten Betriebssammlung“, eine thüringische Besonderheit, bekommen doch die Betriebe Gelegenheit, weniger das Einzeltier als das Niveau und die Geschlossenheit ihrer Kollektionen in den Mittelpunkt zu stellen.
Als Preisrichter der diesjährigen Schau konnte mit Hans Terler ein versierter Profi der Holsteinszene gewonnen werden. Herr Terler ist Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Holsteinzüchter Österreichs und als Schaurichter europaweit gefragt.

Richtwettbewerb
Insgesamt 56 Kühe liefen im Wettbewerb auf. Gerichtet wurden 9 Klassen. Das stärkste Kontingent stellten 29 Jungkühe in der ersten Laktation in 5 Klassen. Herr Terler richtete die jungen Kühe zügig durch und hob in seinen Kommentaren immer wieder das hohe Niveau der ihm vorgestellten Kühe hervor.
Mit Siegen nach teils knappen Entscheidungen in den Klassen 1-3 konnten hessische Züchterkollegen die ersten Lorbeeren des Tages mit nach Hause nehmen. Aber auch thüringische Kühe setzten Zeichen und überzeugten mit Exterieurqualität und viel Schauappeal. Besonders zu erwähnen sind hier die noch sehr junge Artic-Tochter Angel vom Zuchtzentrum Gleichamberg, die Talent-Tochter Lara aus der Agrar- und Tierzuchtgenossenschaft Behrungen und nicht zuletzt die typvolle, korrekte Mascol-Tochter Madeira von der AG Buchheim-Crossen, allesamt 1b-Preisträger in ihren Klassen. Auch auf den folgenden Rängen dieser 3 Klassen setzten sich thüringer Betriebe mit auffälligen Jungkühen gut in Szene, dazu zählten die Agrar-GmbH Mönchenholzhausen, die LELG Hochdorf, das Agrarunternehmen Wöllmisse Gernewitz, die RhönAG Martinroda, die AG Königshofen aber auch die Oetterdorfer LandwirtschaftsAG und die Agrargesellschaft Herpf mit jungen, entwicklungsfähigen, dabei korrekten Kühen, denen die hohe Leistungsveranlagung auf den ersten Blick anzusehen war.
Die Siege in den Jungkuhklassen 4 und 5 gingen nach Thüringen. Mit der Goldwyn-Tochter GA Roxana errang Dirk Benkstein (AP Görsbach) nicht nur den Sieg in Klasse 4, sondern auch im späteren Stechen den Titel der „Besten Jungkuh“ der Schau. Sie überzeugte den Richter mit ihrem Stil, ihrem klaren Skelett und der überragenden Euterqualität. Roxana wiederholte damit den Erfolg ihrer Mutter Rosanne, die 2 Jahre zuvor ebenfalls in Laasdorf mit dem gleichen Titel prämiert wurde. 1a und 1b-Preise der letzten Klasse Jungkühe gingen schließlich an die Schwestern und Rubens-Töchter WFD Roxy und Rachel von Martin Rübesam aus Wiesenfeld gefolgt von der harmonischen Timalo-Tochter Tiffany aus der Milchland GmbH Veilsdorf.
Im weiteren Verlauf der Schau stellten sich 17 Kühe der zweiten Laktation dem Richter. In 3 Klassen aufgetrieben, repräsentierten sie überzeugend und mitreißend die hohe Qualität in Kapazität, Euter und Fundament, die in der Spitze inzwischen erreicht worden ist. Gerade in dieser Altersstufe entschieden am Ende nur noch Nuancen im Exterieur, dafür um so mehr Tagesform, Erscheinung sowie Präsenz im Ring über Sieg und Platz.
Gleich der erste Klassensieg in dieser Kategorie ging verdient an Volker Reichenbach und seine feinzellige, euterstarke Energy-Tochter WHW Moni von der Wippertaler Agrar GmbH Wolkramshausen. Ganz dicht gefolgt von ZZ Leroy, der bekannten GoldwynTochter vom Zuchtzentrum Gleichamberg, zuletzt als Siegerkuh der Südthüringenschau in Dermbach und davor als „Beste Jungkuh“ der hessischen Verbandsschau „Hessens Zukunft 2009“ aus dem Ring gekommen. Die Besitzer der folgenden Kühe lesen sich wie das „Who is Who“ der thüringischen Holsteinzucht: Laproma Schloßvippach, Güterverwaltung Rothenacker, AG Niederpöllnitz - allesamt beeindruckende Kühe, die es dem Preisrichter speziell in dieser Klasse nicht leicht machten.
Die beiden folgenden Klassen wurden recht deutlich vom Zuchtbetrieb Eckhard Hauck, ZBH dominiert: so verließen seine Atom-Tochter BT Violet und die spätere Kategoriesiegerin Nikita den Ring als 1a-Preiträger. Dennoch schlugen sich die folgenden thüringischen Kühe mehr als achtbar- besonders auffällig dabei noch einmal das Aufgebot der Laproma Schloßvippach mit Modest Isis auf 1b, Zenith Ashly auf 1c und der Taco-Tochter Rosi auf einem 1d Rang - Kühe, die, wie Preisrichter Terler unterstrich, auf jeder Schau konkurrieren könnten. Aber auch die Fordbell-Tochter Felicia von der AG Niederpöllnitz, bekannt von den „Grünen Tagen 2008“ punktete mit ihrem extrem beaderten, formal fehlerfreien Euter. Den Kategoriesieg schließlich errang die rote Rustler-Tochter Nikita, die durch ihre enorme Präsenz im Ring, ihre Länge, ihre Festigkeit und die Qualität im Becken überzeugte.
Zwei Klassen mit 10 Kühen in der dritten und höheren Laktationen bildeten den Abschluss des Richtwettbewerbs. Diese Kategorie wurde klar von der allseits bekannten Allen Tochter WH Paola EX93 vom Zuchtbetrieb Hauck bestimmt. Daneben überzeugten die platzierten Kühe mit viel Qualität in Euter und Fundament, konnten aber in Seitenbild, Rippentiefe, Proportionen und Skelett dieser schon weit in der Laktation stehenden Ausnahmekuh nicht wirklich das Wasser reichen.

Nachzuchtschau
Ein nächster Höhepunkt der Veranstaltung war die Nachzucht-Vorstellung aktueller Vererber. Der LTR präsentierte drei Bullennachzuchten, davon mit Luclant und Chamoni zwei aktuelle Vererber aus dem Test- sowie eine Amador-Nachzucht aus dem Wiedereinsatz.
Der Lucente-Sohn Luclant war mit 4 ganz jungen, noch voll in der Entwicklung stehenden Töchtern vertreten, sein Markenzeichen ist Eiweiß.
Ihm folgte der in der Laproma Schloßvippach gezogene Champion-Sohn Chamoni, der sich mit 5 großrahmigen, gut entwickelten, überzeugenden Töchtern recht gut in Szene setzen konnte. In seinem Pedigree steckt viel Milch, daneben verbessert er in allen Körpermaßen und hält ein gutes Niveau in der Eutervererbung.
Auf Chamoni folgte mit Timberjack ein zeitiger Titanic-Sohn des Kooperationspartners ZBH. Seine Töchtergruppe gefiel durch Einheitlichkeit, Skelettqualität und gute Hintereuter.
Den Abschluss der Nachzuchtschau bildete eine Töchtergruppe des bekannten und nicht nur in Thüringen verwendeten Fundamentspezialisten Amador. Auch Amador überzeugte mit einer homogenen Töchtergruppe feinzelliger, entwicklungsfähiger Kühe mit guten Eutern. Die besondere Stärke im Fundamentbereich ließ sich am Beispiel seiner vorgestellten Töchter sehr schön nachvollziehen.
Der Preisrichter, Herr Terler, bedachte jede Töchtergruppe mit leicht nochvollziehbaren Kommentaren und stellte die jeweils beste Tochter heraus.
Damit näherte sich die Veranstaltung langsam ihrem Höhepunkt, der Auswahl des Champion, der „ Miss Thüringen 2009“.

Betriebssammlungen
Zuvor jedoch fand der Wettbewerb der Betriebssammlungen statt. Insgesamt 8 Kollektionen stellten sich dabei dem Urteil des Richters. Mit seiner Kollektion fast identisch gezeichneter, typvoller Kühe konnte Martin Rübesam, Wiesenfeld den Richter überzeugen und der vom LTR gestiftete Wanderpokal geht damit zurück ins Eichsfeld.
Aber auch die übrigen Gruppen beeindruckten Publikum wie Preisrichter gleichermaßen. Ganz harmonische, gut zu einander passende Kühe stellten die Agrar- und Tierzuchtgenossenschaft Behrungen, die Güterverwaltung Rothenacker mit der altbekannten Rudolph-Tochter QHRRavenna an der Spitze, die Laproma Schloßvippach, das Zuchtzentrum Gleichamberg und die AG Dankmarshausen in den Ring - uniforme Kollektionen, die vom Preisrichter ausdrücklich für Harmonie und Milchtyp gelobt wurden.

Absolutes Highlight der Landesschau Thüringer Holsteinzüchter war die abschließende Wahl der „Miss Thüringen 2009“. Zur Championauswahl nahmen im Ring Aufstellung die typvolle, äußerst feinzellige, mit viel Entwicklungspotenzial nach vorne ausgestattete Goldwyn-Tochter GA Roxana als Siegerin der jungen Kuhklassen, die für eine zweite Laktation schon fast überentwickelte, nicht mehr ganz frische, enorm ausgelegte, dabei sehr gut proportionierte Rustler-Tochter Nikita, die in ihrer Gesamterscheinung und Raumpräsenz sicherlich mehr ist als die Summe ihrer Einzelmerkmale und schließlich WH Paola, die schon lange im Schaugeschäft aktive Allen-Tochter, die ihre besten Tage der aktuellen Laktation schon hinter sich hat, trotzdem in Laasdorf die beeindruckendste Erscheinung der anwesenden Kühe mit einem imposanten Seitenbild, einem Superskelett und einem zu ihrem Körper passenden Euter abgab.
Der Preisrichter entschied sich schließlich für diese, gleichzeitig älteste Kuh der Schau, für WH Paola vom Zuchtbetrieb Wilfried und Eckard Hauck aus Gemünden im Zuchtgebiet der ZBH. Damit geht der diesjährige Champion-Titel „Miss Thüringen 2009“ nach Nordhessen.

Das trotz schwieriger Milchmarktsituation ungebrochene Interesse an der Landesschau Thüringer Holsteinzüchter zeigte die große Resonanz dieser Veranstaltung sowohl bei interessierten Ausstellern wie beim Publikum. Die Schau stellt ein mittlerweile etabliertes Podium für den Erfahrungsaustausch und den Erkenntnisgewinn zu aktuellen Trends am Genetikmarkt dar und bietet nicht zuletzt die Gelegenheit, gute Kühe zu sehen.

K.Riehmer

 
Landesverband Thüringer Rinderzüchter - Zucht- und Absatzgenossenschaft eG - Stotternheimer Straße 19 - 99087 Erfurt - Tel: +49 361 779740