Unter neuem Namen aber in gewohnter Professionalität führte die ZBH auch in diesem Jahr, traditionell am ersten Samstag im Februar, die Leistungsschau der hessischen Rinderzucht durch.

91 Holsteins in Schwarz- und Rotbunt sowie 26 Kühe der Rasse Deutsches Fleckvieh stellten sich dem Urteil der Preisrichter. Unter den Holsteins auch ein kleines aber erfolgreiches Schaukontingent aus dem Thüringischen.

Gerichtet wurde in den Kategorien Milch- und Zweinutzungsrassen. In beiden Kategorien blieb der neue Champion auch der "alte" von 2016. Blüte aus dem Stall von Christian Zimmermann, Beerfelden, verteidigte ihren Titel beim Deutschen Fleckvieh ebenso erfolgreich wie BT Patricia von Wilfried und Eckhard Hauck, Schiffelbach bei den Holsteins. Mit insgesamt 6 Klassensiegen war der Betrieb Hauck zugleich erfolgreichster Beschicker der Schau und überzeugte in allen Altersklassen mit erstklassigen Kühen. Zu den besonderen Highligts der Schau gehörte darüber hinaus ohne Zweifel der Auftritt von 4 Töchtern der überragenden Goldwyn Kendra vom Betrieb Seipel, Stumpertenrod, die die enorme Vererbungskraft ihrer Mutter beeindruckend unter Beweis stellten.

Drei LTR-Zuchtbetriebe beteiligten sich mit 8 Schaukühen am Wettbewerb und erreichten dabei sehr gute Platzierungen. So gingen drei der sechs zu vergebenden Klassensiege in der Jungkuh-Kategorie (Sbt.) nach Thüringen.

In der Klasse der jüngsten Kühe siegte relativ unangefochten die erst 25 Monate alte und damit zweitjüngste Kuh der Schau, die Anton-Tochter Ella Mink vom Rinderzuchtbetrieb Martin Rübesam. Sie zeigte nicht nur einen fehlerfreien Körperbau mit gewaltiger Ausstrahlung, Eleganz in der Bewegung und exzellenter Euterqualität. Ella besitzt zudem ein aufregendes Pedigree, in dem Elevation, einer der basic-Bullen der modernen Holsteinzucht mehr als 30mal allgegenwärtig ist und das mit den einflussreichsten Kuhfamilien der Rasse nur so gespickt ist: So finden sich neben Northcroft Ella Elevation EX97, einer der Schauikonen der 80er Jahre, auf die Ella in mütterlicher Linie zurückgeht, hotspots wie Dellia, Laurie Sheik, Ivory Mark, Roxette, Atlee, Leadmae, dazu die Familien von Goldwyn, Blackstar u.a. WFD Ella Mink – eine junge Kuh mit Zukunft.

Sieger in Klasse 2 wurde WFD United, ebenfalls vom RZB Wiesenfeld. Diese junge, typvolle Kuh aus dem „golden cross“ Goldday x Lennox überzeugte durch ihre Qualität im Exterieur und symbolisierte auch genetisch das Zusammenwachsen der beiden Verbände.

Dritter Klassensieg der Jungkuh-Klassen ging an GHO Cloud No.9 und damit eine weitere Kuh aus dem minimalistischen LTR-Kontingent. Cloud No.9 ist eine Tochter des Top-Exterieurvererbers Mr. Hovden Delta und kommt aus dem Stall von Gerstenberg Holsteins Michael Beyer. Auf die einzigartige Regancrest Durham Barbie EX92 zurückgehend, überzeugte sie den Preisrichter mit dairystrength, Harmonie und besten Fundamenten.

Nicht unerwähnt soll die Goldwyn-Tochter Cleo bleiben, gezüchtet von Marcus Gerbothe, Obersachwerfen. Cleo zeigte sich als ganz korrekte, stilvolle junge Kuh und rangierte auf 1c. Auch diese junge Kuh verfügt über einen interessanten Hintergrund: Eine Mr. Sam–Schwester ihrer Mutter wird regelmäßigen Alsfeld-Besuchern in guter Erinnerung sein. Sie reüssierte anlässlich Hessens Zukunft 2013 mit Qualität und Ausstrahlung. Beide lassen sich auf eine VG89 Mascol-Tochter aus dem Testeinsatz zurückführen, die seinerzeit zum festen Bestand der Nachzuchtpräsentationen Mascols gehörte und u. a. in Oldenburg, Alsfeld aber auch in Laasdorf zu sehen war und darüber hinaus als produktive und fruchtbare Kuh (>35 weibliche Nachkommen) tiefe Spuren hinterlassen hat.

Desire-Red ebenfalls vom RZB Wiesenfeld, eine Sympatico aus der Familie von Budjon Redmarker Desire EX96, Grandchampion der World Dairy Expo 2005, stellte sich im Rotbuntring dem Urteil des Richters. Sie präsentierte sich als überaus korrekte, geradlinige Kuh mit besten Fundamenten und einem enorm beaderten Euter und wurde damit 1b in ihrer Klasse.

Das Highlight aus dem Schaukontingent des LTR war sicherlich die bekannte Goldchip-Tochter WFD Goldshimmer in der Kategorie Kühe ab dem 3. Kalb. Goldshimmer geht über eine exzellente Socrates direkt auf Gen-I-Beq Goldwyn Secret VG87 und damit die Splendor-Familie zurück. Sie überzeugte den Preisrichter zunächst durch ihre enorme Ringpräsenz, ihre fehlerfreie Anatomie, die Skelettqualität und nicht zuletzt durch ihr hochaufgehängtes, breites Hintereuter, was ihr und ihrem Besitzer den Klassen- und schließlich den Kategoriesieg „Beste Altkuh“ einbrachte.

In der Summe ein schöner Erfolg für die 3 Thüringer Aussteller in Alsfeld. Glückwunsch an die Züchter und Dank an das unermüdliche Fittingteam!

Zum Programm der Veranstaltung gehörte wie gehabt eine Präsentation von Nachzuchten aktueller Vererber aus dem gemeinsamen Zuchtprogramm. In diesem Jahr waren dies Töchtergruppen der Bullen BigPoint, Nr. 1 der aktuellen Topliste der töchtergeprüften Bullen, Scipio, Lacoste und Maxx. Die BigPoint-Töchter präsentierten sich als uniforme, entwickelte Kühe mit Kapazität, guter Beckenlage und viel Qualität in Fundament und Euter – eine überzeugende Werbung für die Vererbungsleistung des Bullen. Es folgte eine Gruppe des Sudan-Sohnes Scipio. Die noch jungen Kühe bestachen durch Harmonie, Milchtyp und uniforme, hochaufgehängte Euter. Die feinzelligen Töchter des Larson-Sohnes Lacoste zeigten Milchtyp, Stil und Euterqualität.

Ein traditionelles Highlight der Schau ist die Sonderauktion ausgesuchter Spitzengenetik. Auch in diesem Jahr mit einem absoluten Topseller: Die 4-Monate alte Light-Tochter Santalight gRZG 166 aus der legendären Sexation Sassy Familie wurde mit 25.000 € einem Käufer aus Dänemark zugeschlagen. Vier aus dem Zuchtgebiet des LTR gemeldete Jungrinder fanden ihre Käufer und kamen mit zufriedenstellenden Preisen unter den Hammer.

Mit „Zukunft Rind“ gelang es der ZBH einmal mehr in schwierigen Zeiten ein motivierendes Zeichen züchterischen Engagements und – damit verbunden – züchterischen Erfolgs zu setzen.

www IMG 7451   www IMG 7393  www IMG 7336
Thursday the 27th. - Joomla 3.3 Templates