Der LTR - Wissenswertes

Im Landesverband Thüringer Rinderzüchter werden sowohl Milch- als auch Fleischrindrassen züchterisch bearbeitet, wobei eine große Rassenvielfalt, besonders im Bereich der Fleischrindzucht charakteristisch ist.

Den zahlenmäßig größten Anteil bei Milchrindern bilden die Deutschen Holstein in der Farbrichtung schwarz-bunt. Daneben werden noch Holsteins des Farbschlages rotbunt, Fleckvieh in Doppelnutzung, Jersey und Braunvieh zur Milchproduktion gehalten und züchterisch bearbeitet.
Die Zuchtarbeit bei den Deutschen Holsteins ist gekennzeichnet durch eine hohe Kontroll-
und Herdbuchdichte. Über 95 % der in Thüringen gehaltenen Milchkühe stehen unter Milchkontrolle. Der Herdbuchkuhanteil liegt bei 80 %. Die Rinder stehen in unterschiedlichen Betrieben, vom Nebenerwerbslandwirt mit zwei Kühen bis zum juristischen Unternehmen mit nahezu 2000 Milchkühen ist alles vertreten, wobei die Mehrzahl der Kühe in Beständen von über 500 Tieren stehen. Im Durchschnitt werden in einem Thüringer Betrieb 275 Kühe gehalten.

Das Thüringer Zuchtprogramm sieht die Testung von jährlich ca. 50 schwarzbunten Bullen vor, wobei das nationale und internationale Genreservoir sowohl bei Bullenvätern als auch bei leistungsstarken Kuhfamilien genutzt wird. Neben dem Import von Zuchttiermaterial wird insbesondere der Embryotransfer dazu genutzt, um Spitzengenetik in das Land zu holen.
Darüber hinaus werden die leistungsfähigsten eigenen Zuchttiere über dieses biotechnische Verfahren vermehrt. Um eine optimale Aufzucht der potentiellen Besamungsbullen zu erreichen, verfügt der Verband über eine eigene Eigenleistungsprüfstation am Standort Nordhausen in der jährlich bis zu 80 Bullenkälber aufgezogen werden und möglichst frühzeitig zur Körung und damit zum Zuchteinsatz gebracht werden können.

Einen breiten Schwerpunkt im Rahmen der Zuchtarbeit nimmt die Kooperation mit anderen benachbarten Zuchtorganisationen ein. So wird mit der ZBH Hessen seit dem Jahr 2000 der parallele Einsatz von 30 % der Testbullen in beiden Gebieten vorgenommen. Die Spermaproduktion erfolgt ausschließlich für beide Organisationen auf dem Standort in Erfurt.

Seit 1999 ist der LTR im Verbund TOPQ vertreten, dem größten Zusammenschluss von Zuchtorganisationen bei den Deutschen Holsteins.
Auf dem Gelände der Geschäftsstelle in Erfurt befinden sich moderne Wartebullenställe mit ca. 180 Bullen aus Thüringen und unserem Kooperationspartner Hessen. Außerdem sind hier neben der Geschäftsleitung der Genossenschaft das Produktionslabor, das Spermadepot sowie die Buchhaltung untergebracht.

In Thüringen werden 16 Fleischrinderrassen herdbuchmäßig betreut, wobei zahlenmäßig das in Thüringen in der Vergangenheit schon immer ansässige Fleischfleckvieh und auch Charolais am stärksten in diesem Rassepool vertreten sind. Die Fleischrindbullen die zu ihrem späteren vordergründigen Deckeinsatz vorgesehen sind, werden in der LPA Dornburg, einer neutralen Eigenleistungsprüfung unterzogen.
Jährlich werden auf zwei Thüringer Fleischrindbullenauktionen ca. 70 qualitativ hochwertige Bullen den Käufern angeboten.
Als Dienstleistungsunternehmen für unsere Zuchtbetriebe beschäftigt sich der Landesverband Thüringer Rinderzüchter auch mit dem Handel von Zucht- und Nutztieren sowie als Inlandpartner für den Färsenexport. Dazu werden in Thüringen unter besten Voraussetzungen gesunde Färsen produziert und mit zugesicherten gesundheitlichen und leistungsmäßigen Eigenschaften den Käufern angeboten.
Jährlich werden für den Export mindestens 1.000 Färsen bereitgestellt. Darüber hinaus wird je nach Bedarf die Reproduktion des Milchrindbestandes über Zukäufe von qualitativ hochwertigen Tiermaterial sowohl aus dem Territorium von Thüringen oder auch darüber hinaus gesichert. Neben dieser Tätigkeit beschäftigt sich der LTR noch mit dem Handel von Absetzern aus der Mutterkuhhaltung sowie von männlichen Milchrindkälbern zur Mast.

Zu einem wichtigen Serviceangebot des Verbandes gehört die Durchführung der Insemination bei Rindern. So werden bei den insgesamt 35 verbandseigenen Technikern ca. 60 % aller Besamungen in Thüringen realisiert.
Die Landwirtschaftsbetriebe werden so betreut, dass eine auf hohem Niveau stehende Insemination durch erfahrene Besamungstechniker praktiziert wird. Darüber hinaus werden auch je nach Anforderung Sonderaufgaben im Rahmen der Fruchtbarkeitskontrolle sowie Trächtigkeitsuntersuchungen durchgeführt.
Die Aufgaben auf dem Gebiet der Zuchtorganisation, der Herdbuchführung, der Insemination und des Handels werden im gesamten Unternehmen von 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigt, wobei zunehmend die EDV als Mittel zur wirtschaftlichen Durchdringung der Prozesse genutzt wird.
Als eingetragene Genossenschaft besitzt der Landesverband Thüringer Rinderzüchter eine Rechtsform, die in erster Linie für die Landwirtschaftsbetriebe im Territorium unterstützend wirkt.
Sie sehen also, dass der Landesverband Thüringer Rinderzüchter für Sie als Milchproduzent und Exporteur ein interessanter Partner für Ihre Arbeit sein kann.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme mit uns.