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Der LTR – Wissenswertes

Der Landesverband Thüringer Rinderzüchter (LTR) ist als Organisation in erster Linie für die rinderhaltenden Betriebe im Freistaat Thüringen tätig. Darüber hinaus ist er jedoch legitimiert, Mitgliedsbetriebe in ganz Deutschland zu betreuen.

Die Aufgaben der Zuchtorganisation – dazu gehören Herdbuchführung, Bullenhaltung und Spermaproduktion sowie Insemination und Handel - werden im gesamten Unternehmen von ca. 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewältigt.

Im LTR werden sowohl Milch- als auch Fleischrindrassen züchterisch bearbeitet, wobei eine große Rassenvielfalt besonders im Bereich der Fleischrinderzucht charakteristisch ist.

Den zahlenmäßig größten Anteil bei Milchrindern bilden die Deutschen Holsteins in der Farbrichtung schwarzbunt. Daneben werden noch Holsteins des Farbschlages rotbunt, Fleckvieh in Doppelnutzung, Jersey und Braunvieh zur Milchproduktion gehalten und züchterisch bearbeitet. Die Zuchtarbeit bei den Deutschen Holsteins ist durch eine hohe Kontroll- und Herdbuchdichte gekennzeichnet. Über 95 % der in Thüringen gehaltenen Milchkühe stehen unter Milchkontrolle. Der Herdbuchanteil liegt bei ca. 80 %. Die Rinder stehen in unterschiedlichen Betrieben. Vom Nebenerwerbslandwirt mit 2 Kühen bis zum juristischen Unternehmen mit nahezu 2000 Kühen ist alles vertreten, wobei die Mehrzahl der Kühe in Beständen von über 500 Tieren stehen. Im Durchschnitt werden in einem Thüringer Betrieb 267 Kühe gehalten.

Zur Reproduktion des Besamungsbullenbestandes werden weltweit Anpaarungsverträge abgeschlossen. Importierte Embryonen werden in Vertragsbetrieben eingesetzt sowie hoch veranlagte, weibliche Tiere aus dem eigenen Zuchtbetrieb mittels Embryotransfer vermehrt. Außerdem werden Bullenkälber aus dem weltweiten Genreservoir sowie Bullenkälber aus Thüringer Betrieben, die sich durch hohe Vier-Väter-Pedigrees Indizes empfehlen, in die Auswahl einbezogen. Die Selektion erfolgt letztendlich auf der Grundlage der SNP-Typisierungsergebnisse.

Um eine optimale Aufzucht der potenziellen Besamungsbullen zu erreichen, verfügt der Verband über eine eigene Eigenleistungsprüfstation am Standort Nordhausen in der jährlich bis zu 50 Bullenkälber aufgezogen werden.

Das Thüringer Zuchtprogramm hält auch im Zeitalter der genomischen Selektion am gezielten Ersteinsatz fest. Diesen werden jährlich ca. 25 schwarzbunte Bullen durchlaufen.

Im Rahmen der Zuchtarbeit gibt es gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit anderen Zuchtorganisationen. So arbeitet der LTR seit dem Jahr 1999 sehr eng mit der Zucht- und Besamungsunion Hessen in Form einer Kooperation zusammen. Die Zusammenarbeit umfasst neben der gemeinsamen Gestaltung des Zuchtprogrammes auch die Jungbullenaufzucht am Standort Nordhausen sowie die gemeinsame Bullenhaltung und Spermaproduktion am Standort Erfurt. Darüber hinaus ist der LTR seit seiner Gründung Mitglied des TopQ-Verbundes.

In Thüringen werden 21 Fleischrinderrassen herdbuchmäßig betreut. Den größten Rasseblock bildet das schon immer ansässige Fleischfleckvieh. Es folgen die Tiere der Rassen Charolais und Limousin. Die Fleischrinderjungbullen, die später vordergründig für den Deckeinsatz in der Mutterkuhhaltung vorgesehen sind, werden in der Leistungsprüfanstalt Dornburg einer neutralen Eigenleistungsprüfung unterzogen. Anlässlich von zwei Fleischrindbullenauktionen Anfang März und Ende April werden ca. 70 qualitativ hochwertige Jungbullen zum Verkauf angeboten.

Als Dienstleistungsunternehmen vermarktet der LTR das Zucht- und Nutzvieh seiner Mitglieder sowohl im In- als auch im Ausland. Den Hauptumfang für diesen Geschäftsbereich liefern tragende Färsen sowie abgekalbte Jungkühe der Rasse Deutsche Holstein schwarzbunt mit zugesicherten Leistungskriterien und gesundheitlichen Eigenschaften. Darüber hinaus beschäftigt sich der LTR auch mit dem Handel von Zuchtvieh aus dem Fleischrindbereich von Absetzern aus der Mutterkuhhaltung sowie von männlichen Kälbern aus der Milchviehhaltung zur Mast.

Zu einem wichtigen Serviceangebot des Verbandes gehört die Durchführung der Insemination bei Rindern. So werden von insgesamt 33 verbandseigenen Technikern ca. 56 % aller Besamungen in Thüringen realisiert. Die Landwirtschaftsbetriebe werden so betreut, dass eine auf hohem Niveau stehende Insemination durch erfahrene Besamungstechniker praktiziert wird. Zu dem Serviceangebot der Besamungstechniker gehören auch die Trächtigkeitsuntersuchungen. Bei allen Fragen des Fruchtbarkeitsmanagements ist der LTR ebenfalls ein kompetenter Ansprechpartner. Für Fragen zur Fütterungsberatung sowie zur Managementberatung steht Ihnen eine kompetente Kollegin, die im Auftrag von TVL und LTR handelt, zur Seite.

Ein sehr wertvolles Hilfsmittel für die milchproduzierenden Betriebe ist das vom Vit Verden entwickelte Computergestützte Anpaarungsprogramm BAP, welches zu dem Handwerkszeug der LTR-Zuchtinspektoren gehört.

 
Landesverband Thüringer Rinderzüchter - Zucht- und Absatzgenossenschaft eG - Stotternheimer Straße 19 - 99087 Erfurt - Tel: +49 361 779740